Der Blog von Manuel Nordus

 

 

Tag X minus 7

 

Leise plätschern die Wellen im seichten Wasser der Ostsee. Bleiernes Licht schwebt über dem Wasser. Die Sonne ist schon lange hinter Wolken verschwunden. Das ist hier so im Nordland an der Küste. Wer die Einsamkeit sucht, findet diese hier in der Bucht. Ich wandere so vor mich hin … Ein Knattern lässt mich aufblicken. Sieh an, mein Privatsekretär ist im Anmarsch. Mit seiner komischen Flugmaschine rast er auf mich zu. »Oh mein Gebieter, großer Künstler, Ihr hier am Wasser? Zu dieser Stunde?« ruft er und landet nicht so ganz geschickt neben mir am Strand. Die Möwen hat er nun verscheucht. So ein Ding kennen die hier nicht.

 

Tag X minus 6

 

Rums!!!! Und noch mal Rums. Ich schrecke auf, als Mr. Zahn plötzlich neben mir in einer undefinierbaren Flugmaschine landet. Ich bin ganz erschrocken, nach einem Wochenende unsanft aus dem Schlaf geweckt zu werden. »Spät kommt er, mein guter Privatsekretär, aber er kommt. Wacker blinken Deine Zähne, wie war‘s so in Transylvanien, oder wo auch Du mal wieder herkommst», frage ich ihn. »Als ob Ihr das, oh großer Meister und Künstler, nicht genau wüsstet. Darf ich an die Ausstellung gestern erinnern?» »Ach, das. Dann warst Du das also, der mir als Schalk im Nacken hockte. Hätte ich mir auch denken können.»

 

Tag X minus 5

 

Verzeihung, ich habe gerade nicht zugehört - erwidere ich gerade dem Räuspern von meinem Mr. Zahn. Ich bin noch gar nicht in Aktion, heute am Freitag. Der Blick zum Fenster sagt mir, ich bin viel zu früh auf, es ist ja noch dunkel. Die Schwärze blickt mich an. »Ich fragte gerade, was treibt Euch so früh, mein Herr und Meister, mich in der Nacht aufzuscheuchen? Ihr habt mich unsanft aus meinem Parauniversum geholt,« meckert mein Privatsekretär mich an.

 

Tag X minus 4

 

Mein Blick aus dem Fenster zum Zweig der Lärche, dessen gelbe Nadeln im säuselnden Wind nach unten schweben, wird unterbrochen durch den um Aufmerksamkeit heischenden Mr. Zahn. Dabei war ich gerade dabei, die durch den Novemberwind tanzenden restlichen Blätter aus dem Nachbargrundstück zu beobachten. Das ist so beruhigend. »Was gibt es denn, Du Wurzel der Erkenntnis?« frage ich und blicke nach Mr. Zahn, ob er sich schon materialisiert hat. Das ist ja immer so ein Rätselraten mit ihm, er tobt zwar in meinem Kopf herum und poltert manchmal mächtig, aber wenn er wirklich mal etwas Gescheites sagen soll, bockt er.

 

Tag X minus 3

 

GGo down Moses ...
»He, Zweizahn, darf ich daran erinnern, dass hier an der Küste höchstens Dünen vorherrschen oder siehst Du hier irgend einen Berg?« frage ich und reibe mir den Schlafsand aus den Augen. »Ich hatte einen Traum«, begann ich meinem Privatsekretär Herrn Zahn mit der Wurzel der Erkenntnis zu erzählen. »Ich hielt gerade einen Honorarvortrag vor einem erlauchten Publikum in einem maroden Stadtwerk. Die Honorarverhandlung war ganz einfach. Sie fragten mich, wieviel Nullen sie denn nun aufschreiben sollen … vor dem Komma natürlich, Zweizahn.«

 

Tag X minus 2

 

Moin! - »Ach, Mr. Zweizahn –auch wohlgeruht?« »Yes Sir, das geht ja gar nicht anders. Ich bin das Gewissen, ich bin die große Instanz! Vergessen, Herr Künstler?« »Ja, ja, mein Gewissen – ich denke daran«, entgegne ich.